Viel Schlimm'res, als ein Feind dem Feind je angetan, Tut dem das Denken an, der's nicht beherrschen kann. ( = Udāna IV,3)
Welchen Schaden auch immer ein Feind einem Feind oder ein Hasser einem Hasser zufügen mag, ein schlecht gelenkter Geist fügt sich selbst einen größeren Schaden zu.

Tiefer Kommentar

Der Buddha vergleicht den Schaden, der durch einen bösen Geist verursacht wird, mit dem Schaden, den ein Feind einem anderen Feind zufügt. Warum dieser Vergleich? Die Rache eines Feindes verursacht Schaden in einem engen, individuellen Ausmaß. Allerdings verursacht ein auf das Böse ausgerichteter Geist – die Begehung der zehn unheilsamen Taten – enorme Zerstörung. Es schadet nicht nur einem selbst, sondern vielen anderen und anderen Lebewesen. Es ist eine kollektive Tragödie für die Gesellschaft. Stellen Sie sich vor, eine Person, die tiefe Bosheit hegt, hätte auch immense Macht und Autorität; die Katastrophe für die Menschheit wäre unvorstellbar! Die Menschheitsgeschichte beweist dies eindeutig. Grausame Tyrannen haben ihren Mitmenschen unsägliches Leid zugefügt. Angetrieben von unersättlichem Ehrgeiz und dem Wunsch, die Welt zu erobern, greifen sie zu allen bösartigen Mitteln, um ihre Machtgier zu befriedigen. Aber jemand, der solche Bosheit hegt, leidet bereits. Sie quälen und bestrafen ihr eigenes Gewissen. Sie verspüren nie wahren Frieden oder wahres Glück, weil ihr „Erfolg“ auf den Leichen anderer aufbaut. Wie könnten ihre Gedanken jemals ruhig sein? Letztendlich werden sie einen hohen Preis zahlen und genau das ernten, was sie gesät haben. Aus diesem Grund spricht der Buddha in diesem Vers die Warnung aus.

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