Tiefer Kommentar
Dieser Dhammapada-Vers wurde vom Buddha im Jetavana-Kloster über einen Brahmanen gelehrt. „Ein gewisser Brahmane dachte: ‚Der Asket Gotama nennt seine Schüler oft heilige Männer (Brahmanen). Ich bin in eine Brahmanenfamilie hineingeboren, also sollte er mich mit diesem Titel bezeichnen.‘ Mit diesen Gedanken wandte er sich an den Buddha und bat ihn darum. Der Buddha sagte: „Ich nenne niemanden einen heiligen Mann, nur weil er von einer Brahmanenmutter geboren wurde.“ „Einen, der keinen weltlichen Reichtum besitzt, der nicht nach weltlichen Dingen jagt – diesen allein nenne ich einen heiligen Mann.“ (Auszug aus Dhammapada Stories, Bd. III, S. 344). Normalerweise sind wir es gewohnt, nach konventioneller Logik zu leben und nicht nach kontraintuitiver Wahrheit. Wenn wir konventionell leben, verfolgen wir unermüdlich den Fluss des Lebens ohne Richtung und klammern uns daran fest. Je mehr wir materiellen Markennamen nachjagen und an ihnen festhalten, desto mehr leiden wir. Denn der Kern dieser Bezeichnungen ist falsch und unwirklich. Sich an das Unwirkliche zu klammern ist wie mit Schatten zu spielen – zu vergessen, Schatten zu jagen, ist der gemeinsame Zustand von uns allen. Manchmal wird uns in unserer dunklen Benommenheit ein wenig bewusst, dass wir Schattenjäger spielen. Aber nur für einen Moment, dann fallen wir wieder in die Dunkelheit wie zuvor. Wir sehen immer noch alle Phänomene, die vor uns erscheinen, als real an. Aufgrund dieser falschen Wahrnehmung werden wir zu Sklaven des Verlangens. Wir wurden vom Strom des Lebens mitgerissen, versanken und trieben im Ozean von Geburt und Tod. Alle Phänomene auf dieser Welt sind leere Namen, unwirklich. Aber so lange waren wir durch gewohnheitsmäßige Befleckungen verdunkelt, die unseren Geist vernebelten, so dass wir nicht mehr klar und deutlich die Wahrheit sehen konnten. Um die Realität zu erkennen, müssen wir dringend die getönte Brille der falschen Sichtweise abnehmen. Ohne verblendetes Greifen oder hartnäckiges Festhalten an irgendetwas, sagt der Buddha, ist man des Namens „heiliger Mann“ würdig. „Heiliger Mann“ ist nur ein leeres Etikett ohne eigentliche Bedeutung. Doch schon seit Ewigkeiten schlachten Menschen einander ab, nur weil sie an solch hohlen Namen und Etiketten festhalten. Sie sind durch falsches Bewusstsein und falsche Vorstellungen über Namen und Formen miteinander verbunden. Daraus bilden sie Fraktionen der Bindung an Ansichten, folgen dem Strom der Unwissenheit und des karmischen Bewusstseins und schaffen gemeinsam unzählige böse Karmas und Leiden. Das ist das kollektive Karma, das die gesamte Menschheit heute ertragen muss.“
Zen-KI-Assistent
Online