Besiegt ist alles, selbst erkannt, ganz bin ich rein, Entsagend, dranglos, frei; wer könnt' mein Lehrer sein (*f17)?
Ein Sieger bin ich über alles, alles habe ich gekannt. Dennoch bin ich ungebunden an alles, was erobert und erkannt wird. Ich gebe alles auf und werde durch die Zerstörung des Verlangens befreit. Wen soll ich meinen Lehrer nennen, nachdem ich alles selbst so direkt verstanden habe?

Tiefer Kommentar

Dieser Vers wurde vom Buddha über den asketischen Upaka der Ajivaka-Sekte gelehrt. Nachdem der Buddha unter dem Bodhi-Baum die Erleuchtung erlangt hatte, blieb er dort sieben Wochen lang. Anschließend begab er sich auf eine achtzehn Meilen lange Reise nach Varanasi, um am Rad des Dharma zu drehen. Unterwegs traf er einen Asketen der Ajivaka-Sekte. Der Asket fragte: „Freund, deine Fähigkeiten sind so heiter, dein Teint so strahlend. Unter wem bist du zum Entsagenden geworden? Wer ist dein Lehrer? Wessen Lehren folgst du?“ Der Buddha antwortete: „Der Tathagata hat weder einen Ordinationslehrer noch einen Lehrmeister.“ Dann sprach er diesen Vers. Upaka stimmte weder zu noch widersprach er, sondern schüttelte nur den Kopf, schnalzte mit der Zunge und bog auf einen Seitenweg ein, der zu einer Jägerhütte führte. Der Buddha ist der Erwachte, der Große Erleuchtete. Er hat alle Armeen von Mara besiegt. Im Buddhismus werden häufig vier Arten von Mara erwähnt: das Mara der Befleckungen, das Mara der fünf Aggregate, das Mara des Todes und das Devaputra Mara. Einfach ausgedrückt gibt es interne Maras und externe Maras. Alle diese Maras wurden von ihm erobert. Daher sagte der Buddha: „Ein Sieger bin ich über alles.“ Der Buddha trägt auch die Beinamen „Allwissender“ oder „Allwissender Weisheit“, was bedeutet, dass er alle Phänomene gründlich versteht. Es gibt nichts, was er nicht im Grunde kennt. So sagte er: „Alles habe ich gewusst.“ Nachdem er alle Unwissenheit und Befleckungen überwunden hat, bleibt er an irgendein Phänomen gebunden. Daher sagte er: „Dennoch bin ich ungebunden an alles, was erobert und erkannt wird.“ Bindung bedeutet, an Sinnesobjekte gebunden zu sein. Wenn jemand anhänglich wäre, wie könnte man dann einen Buddha nennen? Daher ist das Leben des Buddha völlig frei, autonom und befreit. Er sagte: „Ich gebe alles auf und werde durch die Zerstörung des Verlangens befreit. Wen soll ich meinen Lehrer nennen, nachdem ich alles selbst so direkt verstanden habe?“ Diese Aussage verdeutlicht „Weisheit ohne Lehrer, selbsterwacht“. Die heiligen Schriften sprechen von zwei Arten von Weisheit: Weisheit mit einem Lehrer und Weisheit ohne Lehrer. Weisheit mit einem Lehrer ist Weisheit, die beim Lernen immer noch auf Lehrer und Freunde angewiesen ist. Durch Lernen entwickelt man konditionierte Weisheit, die Grenzen hat. Umgekehrt ist Weisheit ohne Lehrer angeborene Weisheit. Diese Weisheit ist ein anderer Name für die Buddha-Natur oder den Dharma-Körper. Da diese Weisheit angeboren ist, manifestiert sie sich nach gründlicher Reinigung und Transformation aller Unwissenheit und Befleckungen. Daher sagte der Buddha, er verlasse sich bei der Unterweisung nicht auf einen Lehrer. Er lebt vollständig in dieser klaren, reinen Weisheit und wird Buddha oder der Große Erwachte genannt.

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