Wer schwimmt im Strom der Lust, der hält sich gleich den Spinnen Im Netz; doch wer's zerreißt, wird allem Leid entrinnen.
Diejenigen, die von Lust besessen sind, fallen zurück in den wirbelnden Strom (von Samsara) wie eine Spinne in ihrem selbstgesponnenen Netz. Auch dies haben die Weisen abgeschnitten. Ohne jegliche Sehnsucht geben sie jegliches Leid auf und entsagen der Welt.

Tiefer Kommentar

Dieser Vers wurde vom Buddha im Bamboo Grove-Kloster im Zusammenhang mit der Geschichte von Königin Khema, der Frau von König Bimbisara, gelehrt. Khema war außergewöhnlich schön und deshalb war sie sehr stolz auf ihr Aussehen. Ihre Schönheit sei das Ergebnis ihrer früheren Geduldskultivierung und eines Gelübdes, das sie vor dem Buddha Padumuttara abgelegt hatte. Aus Stolz wollte sie den Buddha nicht treffen, denn sie hatte oft Leute sagen hören, dass der Buddha das Festhalten an körperlicher Schönheit kritisierte. Um sie zu wecken, ließ der König ein Loblied auf Bamboo Grove komponieren und befahl Musikern, es überall zu singen. Als Khema das Lied hörte, wurde sie neugierig und wollte mehr über Bamboo Grove erfahren. Sie fragte die Musiker, wo es sei, und ging dann dorthin. Als sie ankam, lehrte der Buddha. Da er ihren Geisteszustand kannte, nutzte er seine spirituelle Kraft, um die Vision einer außergewöhnlich schönen jungen Frau zu erschaffen, die neben ihm stand und ihm Luft zufächelte. Als Khema dies sah, war er erstaunt. Sie dachte: „Wie kann es eine so schöne Frau geben? Verglichen mit ihrer Schönheit ist meine nichts. Man sagt, der Buddha missbillige Schönheit, doch heute lässt er zu, dass eine so schöne Frau in seiner Nähe steht. Vielleicht ist das, was die Leute über ihn sagen, nicht ganz wahr.“ Sie richtete ihren Blick auf die junge Frau und schenkte den Lehren Buddhas keine Beachtung. Da der Buddha dies wusste, ließ er die schöne junge Frau vor Khemas Augen altern und wurde zu einer alten und gebrechlichen Frau und schließlich nur noch ein Körper aus Haut und Knochen. Als Khema dies sah, wurde ihm sofort klar, wie schnell die Schönheit verblasste und verfiel. Sie erkannte, dass dieser Körper überhaupt nicht wirklich substanziell ist. Der Buddha kannte ihre Gedanken und sagte: „Khema, du irrst dich, wenn du denkst, dass körperliche Schönheit real ist.“ Schauen Sie sich seine Unwirklichkeit genau an.“ Dann sprach er einen Vers zu ihr: „Khema, siehst du diesen Haufen Zustände? Es ist voller Krankheit, Verfall, Unreinheit und Hässlichkeit. Es leckt und bricht von Moment zu Moment zusammen. Nur die Dummen lassen sich davon verführen.“ Als Königin Khema dies hörte, erlangte sie die Frucht des Stromeintritts. Der Buddha sagte dann zu ihr: „Khema, die Wesen dieser Welt sind von sinnlichem Verlangen berauscht, von Wut ruiniert und von Unwissenheit getäuscht.“ Deshalb bleiben sie im Fluss des Verlangens stecken und können ihn nicht überschreiten.“ Als die Ansprache endete, erlangte sie die Arahantschaft, und die ganze Versammlung profitierte davon. Später trat sie in das Klosterleben ein und wurde eine der führenden älteren Nonnen in der Gemeinschaft Buddhas. Eine buddhistische Schrift vergleicht jemanden, der von sinnlichem Verlangen berauscht ist, mit jemandem, der eine Fackel gegen den Wind trägt: Früher oder später wird die Flamme die Hand verbrennen. Viele Menschen geraten in diese schmerzhafte Situation. Auch wenn die Menschen die Gefahr kennen, spielen sie immer noch gerne mit der Fackel des Verlangens. Erst nachdem sie verbrannt und verletzt wurden, werden sie erschrocken und bereuen, aber dann kommt die Reue oft zu spät. Es ist besser, gar nicht erst die Fackel in die Hand zu nehmen und gegen den Wind zu gehen; dann wird es keine schmerzhaften Folgen einer Verbrennung geben. Das Brennen endet nicht erst in diesem gegenwärtigen Leben; es kann viele Leidleben lang andauern. Das ist die Folge einer Berauschung durch sinnliche Anziehung. In Wahrheit sind solche Menschen noch nicht aufgewacht oder haben sich noch nicht umgedreht. Sie sind wie eine Spinne, die in dem Netz gefangen ist, das sie gesponnen hat. Die Spinne produziert das Netz, verfängt sich jedoch darin und hat keine Chance, sich zu befreien. Auf die gleiche Weise entsteht sinnliches Verlangen durch menschliches Verlangen, und dann zerstört genau dieses Verlangen das eigene Leben. Niemand sonst verursacht unser Leid; wir erschaffen es selbst und fügen uns selbst Schaden zu. Es ist wie Rost, der aus Eisen entsteht und dann das Eisen selbst aufzehrt. Die Geschichte von Königin Khema ist eine Überlegung wert. Als sie den schnellen Wandel und die Vergänglichkeit der Schönheit sah, erwachte sie sofort. Ihr Stolz und ihr Vertrauen in ihr Aussehen verschwanden augenblicklich. So schön man auch sein mag, es gibt immer jemanden, der schöner ist. Das ist die Natur der relativen Existenz. Worauf kann man stolz sein? Darüber hinaus kann die Schönheit des Aussehens nicht mit der Schönheit des Herzens verglichen werden. Ein Mensch mag körperlich schön sein, aber wenn das Herz grausam und schädlich ist, schätzt niemand diese Schönheit wirklich. Der Charakter übertrifft das Aussehen. Doch im normalen Leben schätzen die Menschen oft die äußere Schönheit und erkennen die innere Schönheit selten. Egal wie schön der Körper auch sein mag, eines Tages muss er verdorren und verblassen. Hier sehen wir, dass Königin Khema wirklich ihre Meinung änderte und erwachte. Am Ende verzichtete sie auf das weltliche Leben und wurde eine vorbildliche ältere Nonne. Dies ist eine Warnung für alle, die zu viel Wert auf körperliche Schönheit legen. Weil Menschen das Aussehen überbewerten, verursachen sie viel Leid für sich selbst und andere. Wir sollten uns daran erinnern, dass äußere Schönheit glitzernd, trügerisch, unrein und instabil ist. Es kann die Weisen nicht täuschen. Der Buddha sagte, dass nur die Dummen dadurch getäuscht werden und leiden müssen. Denn je mehr man sich in die Schönheit verliebt, desto mehr stürzt man sich in das Gefängnis des Leidens, wie eine Motte, die in eine Flamme stürzt und sich selbst zerstört.

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