Es ist ein altes Lied, kein neueres Gedicht: Man tadelt den, der schweigt, und den, der gern viel spricht, Auch den, der wenig sagt; an Tadel fehlt es nicht.
O Atula! Das ist in der Tat eine alte Praxis, nicht nur heute: Sie beschuldigen diejenigen, die schweigen, sie beschuldigen diejenigen, die viel reden, sie beschuldigen diejenigen, die in Maßen reden. Es gibt niemanden auf dieser Welt, dem nicht die Schuld gegeben wird.
Tiefer Kommentar
Dieser Vers wurde im Jetavana-Kloster über einen Laien namens Atula gesprochen. Atula und seine Gruppe von fünfhundert Anhängern waren frustriert, weil ihre spirituellen Bedürfnisse von verschiedenen Schülern nicht erfüllt wurden: Sie fanden den Ehrwürdigen Revata zu still, den Ehrwürdigen Sāriputta zu ausführlich und den Ehrwürdigen Ānanda zu kurz. Als sie ihre Beschwerden dem Buddha vorbrachten, erklärte er, dass Tadel und Lob in dieser Welt unvermeidlich seien, selbst für die erleuchtetsten Wesen. Die Lehre dient als Erinnerung daran, die schwankenden Meinungen anderer zu überwinden, die Tugend der Geduld (kṣānti) zu kultivieren und sich auf die innere Selbstverwirklichung zu konzentrieren, anstatt nach äußerer Bestätigung zu streben.
Dieser Vers aus dem Dhammapada lehrt, dass Tadel und Kritik in der Welt unvermeidlich sind. Egal ob man schweigt, viel spricht oder in Maßen redet, es wird immer jemanden geben, der kritisiert. Dies ist eine alte Wahrheit, die sich durch die Zeiten zieht.
Die Geschichte von Atula zeigt, dass selbst erleuchtete Wesen wie die Schüler des Buddha kritisiert wurden. Die Lehre ermutigt uns, uns nicht von den Meinungen anderer beirren zu lassen. Stattdessen sollten wir Geduld kultivieren und uns auf unsere innere Entwicklung konzentrieren, anstatt nach äußerer Bestätigung zu suchen.
Wie können Sie diese Erkenntnis in Ihrem eigenen Leben anwenden, um gelassener mit Kritik umzugehen?
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