Der unparteiisch andrer Streit zu Ende führt, Der ist es, dem das Ruhmeswort "gerecht" gebührt.
Wer nicht voreilig oder willkürlich handelt, sondern das Fehlverhalten gründlich untersucht und die Gerechtigkeit richtig übt, ist wirklich weise und gilt als gerecht.

Tiefer Kommentar

Diese beiden Verse wurden vom Buddha im Jetavana-Kloster gelehrt und betreffen Richter. Der Geschichte zufolge gingen die Mönche eines Tages auf Almosenrunde am Nordtor von Sāvatthī vorbei und kehrten über das Stadtzentrum zum Kloster zurück. Es begann zu regnen und die Mönche suchten Zuflucht in einem Gerichtsgebäude. Dort wurden sie Zeuge, wie Richter Bestechungsgelder annahmen und das Eigentum von Bürgern unrechtmäßig beschlagnahmten. Die Mönche dachten: „Diese Beamten sind nicht rechtschaffen; wir haben fälschlicherweise angenommen, dass sie gerecht seien.' Als der Regen aufhörte, kehrten die Mönche zum Kloster zurück und berichteten dem Buddha von dem Vorfall. Der Buddha sagte: „Mönche, diejenigen, die sich niederen Begierden ergeben und tyrannisch richten, können nicht gerecht genannt werden.“ Nur wer das Fehlverhalten in einem Fall gründlich untersucht und richtig und ohne Tyrannei damit umgeht, kann als gerecht bezeichnet werden.“ Daraus lehrte der Buddha diese beiden Verse. Die Lehre betont das ordnungsgemäße Verhalten gemäß dem Gesetz (Dhammattha), zu dem auch die respektvolle und korrekte Einhaltung von Grundsätzen gehört. Unbesonnenheit (Sahasa) bezieht sich auf nachlässiges, anmaßendes und willkürliches Verhalten, das oft von Gier, Hass, Täuschung oder Angst beeinflusst wird. Ein Praktizierender, der voreilig handelt, nachlässig spricht, es ihm an Demut mangelt oder der es versäumt, im Umgang freundlich zu reden, praktiziert nicht wirklich. Dies zeigt, dass die Person immer noch viele unheilsame Tendenzen in sich trägt. Ein nachsichtiges Leben ohne Disziplin macht einen für das spirituelle Leben ungeeignet. Ein echter Praktizierender pflegt ernsthaft reines Verhalten, bringt Praxis mit Verständnis in Einklang und lebt kontinuierlich in Achtsamkeit und klarem Gewahrsein, wobei er stets Körper und Geist reinigt. Darüber hinaus entwickelt man Weisheit, um richtig und falsch zu unterscheiden. Der Buddha lehrte, dass ein weiser Mensch nach dem Gesetz lebt. Um dies zu erreichen, muss ein Praktizierender die übernommenen Grundsätze respektieren und einhalten. Andernfalls ist ein friedliches und glückliches Leben für sich selbst und andere unmöglich. Die Geschichte zeigt, dass es bereits zu Buddhas Zeiten ungerechte Urteile gab. Früher war bekannt, dass Richter Bestechungsgelder annahmen. Offensichtlich mangelte es diesen Richtern an Übung in Meditation und Achtsamkeit und sie verließen sich stattdessen auf die Macht des Gesetzes in ihren Händen, um die Ergebnisse zu manipulieren. Die Strafen variierten je nach Vermögen des Täters. Wer großzügig bestoch, verschaffte sich einen Vorteil, während die Armen litten, und sogar gerechte Fälle wurden in der Praxis rechtswidrig. Wenn damals Unrecht geschah, ist es nicht verwunderlich, dass das ethische Bewusstsein heute noch schwächer ist. Gier macht den Verstand blind, und Korruption ist ein uralter menschlicher Fehler. Auch wenn die Menschen in früheren Zeiten weniger kultiviert waren, gab es immer noch Bestechung und Korruption. Nachdem sie die Ungerechtigkeit gesehen hatten, erstatteten die Mönche dem Buddha Bericht. Er erinnerte sie daran, dass nur diejenigen wirklich gerecht sind, die Fehlverhalten gründlich untersuchen und richtig und ohne Tyrannei damit umgehen. Diese Lehre warnt davor, Gesetzeslücken zur Manipulation der Justiz auszunutzen, was der Regierungsführung eines Landes schadet. Richter müssen sich an Gerechtigkeit und Recht halten und ihre Pflichten gewissenhaft erfüllen, damit die einfachen Menschen sie respektieren und ihnen dankbar sind.

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