Gib nicht dein eig'nes Heil der andern wegen hin; Hast du dein Heil erkannt, behalt es stets im Sinn!
Man soll das eigene Wohlergehen nicht zum Wohle eines anderen vernachlässigen, so groß es auch sein mag. Im klaren Verständnis des eigenen Wohlergehens soll man auf das Gute bedacht sein.

Tiefer Kommentar

Der Buddha hielt diese Lehre im Jeta Grove über den Ältesten Attadattha. Als der Buddha ankündigte, dass er in vier Monaten in Parinirvana eintreten würde, wurden siebenhundert Mönche, die noch nicht die Erleuchtung erlangt hatten, von Trauer überwältigt und blieben in seiner Nähe, unsicher, was sie tun sollten. Ältester Attadattha beschloss jedoch, schon zu Lebzeiten Buddhas nach der Arahantschaft zu streben. Als die anderen Mönche seine plötzliche Isolation in Frage stellten, lobte der Buddha Attadattha und erklärte: „Wer mich wirklich respektiert, sollte sich wie Attadattha verhalten. Wahre Ehrfurcht zeigt sich nicht nur durch das Anbieten von Blumen und Weihrauch, sondern durch fleißiges Praktizieren des Dhamma. Ihr alle solltet seinem Beispiel folgen.“

Im Buddhismus sind sowohl der Eigennutz (spirituelle Selbstkultivierung) als auch der Nutzen für andere von wesentlicher Bedeutung. Es ist fehlgeleitet, sich ausschließlich auf andere zu konzentrieren und dabei den eigenen spirituellen Fortschritt zu vernachlässigen. Der Buddha selbst verbrachte Jahre damit, seine eigene Erleuchtung zu kultivieren, bevor er hervortrat, um andere zu lehren und zu retten. Man kann einen Ertrinkenden nicht retten, ohne vorher schwimmen zu können. Attadattha zeigte echte Hingabe, indem er sich auf seine eigene Befreiung konzentrierte. Der Buddhismus rät von einer Denkweise der Abhängigkeit ab; Wahre Praxis erfordert Eigenständigkeit. Man muss zunächst inneren Frieden und Weisheit erlangen, um sie authentisch mit anderen teilen zu können. Die eigene Praxis zu vernachlässigen, während man versucht, andere zu unterrichten, ist so, als würde man das Geld eines anderen zählen, während die eigenen Taschen leer sind, oder für einen Herrn Kühe hüten, ohne jemals die Milch zu probieren. Authentische spirituelle Führung erfordert echte persönliche Verwirklichung.

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