Er unterweise dich und rate dir zum Rechten! Den Guten ist er lieb und ist verhaßt den Schlechten. (v. 76 und 77 von Sāriputta = Theragāthā 993-994)
Er soll einen ermahnen, belehren und vor Unrecht schützen; Er ist in der Tat den Guten lieb und den Bösen verabscheuungswürdig.

Tiefer Kommentar

In diesem Vers hebt der Buddha ein häufiges psychologisches Leiden fühlender Wesen hervor. Andere zu beraten oder zu ermahnen entspringt einem gesunden Geist. Natürlich finden solche Handlungen bei tugendhaften Menschen großen Anklang, denn gute Menschen möchten, dass jeder genauso ethisch und tugendhaft ist wie er selbst. Umgekehrt löst dies oft den Groll und die Eifersucht unheilvoller Menschen aus, die Gefährten bevorzugen, die ihre negativen Eigenschaften teilen. Gute Menschen geraten häufig ins Visier der Bösen. Wir müssen jedoch bedenken, dass der Versuch einer bösen Person, einer tugendhaften Person zu schaden, so ist, als würde man in den Himmel spucken; Die Spucke erreicht nicht den Himmel, sondern fällt auf ihr eigenes Gesicht zurück. Es ist auch, als würde man Staub gegen den Wind werfen; der Staub bläst nur zurück auf den Werfer. Moralische Individuen können nicht wirklich mit dem Unmoralischen harmonieren. Tugendhafte Freunde sind selten, wohingegen unheilsame Gefährten leicht zu finden sind. Der Umgang mit guten Freunden bringt Seelenfrieden, aber die Bösen lassen uns selten in Ruhe. Aus Eifersucht greifen sie zu allen Mitteln, einschließlich Spaltung und Verleumdung, um eine gute Freundschaft zu zerstören. Da tugendhafte Menschen oft sanftmütig sind, können sie leicht Opfer solch spaltender Machenschaften werden. Wenn wir einem Freund Ratschläge erteilen, müssen wir Geschick und Fingerspitzengefühl an den Tag legen, da sich die zurechtgewiesene Person möglicherweise verunsichert oder defensiv fühlt. Unsere Sorgfalt bei der Verwendung sanfter Worte beruht nicht auf Angst vor den Bösen, sondern auf Weisheit. Wir müssen unseren Geist noch sorgfältiger schützen, als wir uns vor einer giftigen Schlange schützen würden. Wenn uns eine Giftschlange beißt, beendet sie nur dieses physische Leben. Wenn wir jedoch keine Geduld gegenüber der Bosheit der Bösen üben und mit Wut reagieren, erzeugen wir unheilsames Karma, das sowohl in diesem Leben als auch in vielen zukünftigen Existenzen zu Leid führt. In diesem Vers werden also zwei Arten von Menschen gegenübergestellt: die Tugendhaften, die sich freuen, wenn jemand vom Unrecht weggeführt wird, und die Bösen, die hinter ihrem Rücken Böses planen. Die Bösen können höchst trügerisch sein, indem sie nach außen ein freundliches Lächeln auf den Lippen haben, während sie im Inneren Bosheit hegen. Sie verhalten sich möglicherweise äußerst höflich und charmant und nähern sich jemandem genau, um ihn auszunutzen oder ihm zu schaden. Zusammenfassend gilt diese Lehre sowohl für Mönche als auch für Laien und ermahnt uns, die menschliche Psychologie zu verstehen und in unserem Umgang und in der Art und Weise, wie wir Ratschläge geben, achtsam zu sein.

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